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Maria Bildstein – ein Wallfahrtsort

 

„Der Ort Bildstein liegt auf einer fruchtbaren Anhöhe anderthalb Stunden südöstlich von Bregenz und gewährt die reizendste Aussicht einerseits auf die Spiegelfläche des Bodensees von Bregenz bis Konstanz – auf die an beiden Ufern liegende Städte und ihre malerischen Umgebungen – andererseits auf die Schweizer Gebirge – in das anmutige Rheintal, und auf die Rebberge und Alpen von Feldkirch“. So lautet es in der alten Pfarrchronik.

 

 

Der Name Bildstein wurde im Jahre 1379 erstmals urkundlich erwähnt, er hat seinen Ursprung in einem Bildstock auf halbem Weg vom Tal.  Das bäuerliche Streusiedlungsgebiet in den Hanglagen über Wolfurt und Schwarzach wurde im Mittelalter „Streussberg“ oder „am Berg“ genannt.

Eine wichtige Durchzugsstrasse, der Säumerweg, führte früher über Bildstein in das Gebiet des heutigen Bregenzerwaldes.

 

Die Habsburger regierten die Orte in Vorarlberg wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus. Seit 1790 ist Bildstein eine eigene Pfarrei. Von 1805 bis 1814 gehörte der Ort zu Bayern, in dieser Zeit wurde sie eine selbständige politische Gemeinde. Seit 1814 gehört der Ort wieder zu Österreich. Zum österreichischen Bundesland Vorarlberg gehört Bildstein seit der Gründung des Vorarlberger Landtages 1861. Der Ort war 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich.

 

1770 wurde die Wallfahrtskirche fertig gestellt. 1788 erhielt Bildstein das Recht auf einen eigenen Taufstein, 1789 wurde ein eigener Friedhof gebaut. Am Neujahrstag 1790 wurde der erste pfarrliche Gottesdienst, noch mit einem Pfarrer aus Wolfurt gehalten.

 

Heuer feiert Maria Bildstein Jubiläum. Im Jahre 1792, also vor 220 Jahren hat sich Bildstein von der Mutterpfarre Wolfurt gelöst und  erstmals einen eigenen Pfarrer bekommen. Vor 320 Jahren, 1692 wurden  die herrlichen Barock-Doppeltürme errichtet und damit der Kirchenbau endgültig abgeschlossen. Trotzdem mußten die Bildsteiner und Bildsteinerinnen noch fast 100 weitere Jahre lang für Trauung, Kommunion und Beerdigung dem Wolfurter Pfarrer ihren österlichen Beichtzettel vorlegen. Erst 1829 konnte sich Bildstein mit einer einmaligen Abfertigung in Höhe von 550 Gulden endgültig von der Pfarre Wolfurt freikaufen.

 

Vereinzelt fand der Heilige Josef auch im Kreis der zahlreichen religiösen Bruderschaften Verehrung (Schröcken 1654, Höchst 1664, Bezau 1699, Meiningen 1726).

Die weitaus zugkräftigste war die „Jesus, Maria und Josefs- Bruderschaft“ in Maria Bildstein (1682), die von einem Josefsbenefiziaten betreut wurde. Bis 1735 ließen sich rund 100.000 Wallfahrer als Mitglieder einschreiben.