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Geschichte der Wallfahrtskirche Maria Bildstein

 

Etwa 200 Meter über dem Rheintal erhebt sich die Pfarr- und Wallfahrtskirche „Zu Unserer Lieben Frau Mariä Heimsuchung“, deren Geschichte bis ins 17. Jahrhundert zurück reicht. 

 

Entstehungs- und Baugeschichte

 

Der Name Maria Bildstein leitet sich von einem Gnadenbild ab, das etwa um 1390 geschnitzt wurde ab. Die sitzende Madonna mit dem Kind wurde damals  in einem Bildstöcklein namens „Bild auf dem Stein“ auf dem Weg von Wolfurt nach Streussberg (heutiges Maria Bildstein) aufbewahrt.

 

In den Nöten des Dreissigjährigen Krieges, während der um 1628/29 im Lande grassierenden Pestepidemie  legte ein Bauer namens Georg Höfle vom Streussberg ein Gelübde ab. Falls  seine Familie von der Pest nicht heimgesucht werde, wollte er für die Aufbewahrung der im Mittelalter geschnitzten Marienstatue anstelle der kleinen Holzkapelle auf dem Bildstein eine gemauerte errichten.

 

Nach einer Marienerscheinung im Herbst 1629 begann Georg Höfle auf dem Platz der jetzigen Kirche Vorkehrungen für den Bau einer steinernen Kapelle zu treffen. Noch vor Baubeginn erkrankte Höfle und starb. Die hinterbliebene Witwe Magdalena Gmeiner liess die Kapelle fertigstellen. 

 

Am 12. April 1663 wurde  der Grundstein zum heute stehenden Bau gelegt. Ausgeführt wurde die Wallfahrtskirche durch einen Schüler der Bregenzerwälder Barockbaumeister und frühen Vertreter der Vorarlberger Bauschule, Michael Kuen.  Der Bau wurde in nur 7-jähriger Bauzeit errichtet und 1670  durch den Weihbischof von Konstanz eingeweiht obwohl die beiden Türme erst 1692 fertiggestellt, und  die Hauben 1838 montiert wurden. 

 

Die Deckengemälde (7 Freuden Mariens) wurden ca. 1850 durch die Brüder Franz und Jakob Bertle aus Schruns erschaffen.  

 

 

 

Wallfahrtsgeschichte

 

Infolge verschiedener „Mirakel“  und auffallender Gebetserhörungen kamen nach 1655 aus nah und fern viele Pilger zu der Gnadenkapelle gewallt.  Sie erfuhren auch die heilsame Wirkung der Wasserquelle die sich neben der, seit 1657 mit einer Messlizenz versehenen Kapelle befand und spendeten reichlich Geld für den Bau einer grösseren Kirche.

 

Zur Zeit des Josefinismus wurde über Erlass Kaiser Franz Josefs die Wallfahrtskirche zur Pfarrkirche erhoben, 27.500 Kommunikanten erhielten 1684 in Bildstein ihre 1.Kommunion!

 

In den Nöten der Franzosen- und Türkenkriege nahm die Wallfahrt in Bildstein einen so gewaltigen Aufschwung, dass allmählich vier Kaplaneien zur Betreuung der Pilgerscharen nötig wurden. Die Jesus-, Maria- und Josefsbruderschaft zählte 1690 bereits 40.000 Mitglieder.   

 

Empfindlich getroffen wurde die Wallfahrt im Zeitalter des Josefinismus, als 1785 das Gnadenbild entkleidet und vom Hochaltar an den Seitenaltar gebracht, die Votivtafeln welche die Seitenwände vom Boden bis zur Decke zierten entfernt, Brudeschaften, Prozessionen sowie feierlichen Gottesdienste an Bruderschaftstagen abgeschafft wurden. 1792 wurde die Wallfahrtskirche zur Pfarrkirche erhoben. 

 

1897 wurde das Marienbild auf dem link. Seitenaltar mit einer Krone geschmückt. An diese Krönung erinnert heute das Krönungsfest,  seit damals trägt sie eine vergoldete, mit Edelsteinen durchsetzte, von einem Sternenkranz umgebene Krone und ein ebensolches Zepter. Seit dieser Zeit gelangte die Wallfahrt in Bildstein wieder zu Wertschätzung, der Rosenkranzsonntag im Oktober erweist sich heute als der besuchteste Wallfahrtstag.

 

Und heute? Paul Burtscher sieht den Ort als „Geschenk an alle - der sakrale Raum, die Kunstgegenstände, der Friede - die Menschen merken, da ist etwas da.“ Sein Anliegen ist es, dieses Geschenk sichtbar zu machen und ins Bewusstsein zu rufen. Daß es gebraucht wird in unserer lauten, ruhelosen Zeit, liegt auf der Hand. Die zahlreichen Gruppen oder Einzelpersonen, die den Wallfahrtsort über das Jahr hindurch aufsuchen, geben Zeugnis davon. Stets brennen beim Gnadenbild Kerzen für die Anliegen der Menschen, selten ist die Kirche leer.  

 

 

 

Renovierung und Umbauten

 

1877 – 1884 erfolgte die erste große Renovierung der Wallfahrtskirche. Damals wurden unter anderem die Barockaltäre durch schlichte, neuromanische Altäre ersetzt. Erhalten blieben die Renaissancehaupttür und –holzdecke, die an der Außenseite angebrachten Kreuzwegbilder und mehrere wertvolle Weihegaben. 

 

1941 wurden neue Glasfenster eingebaut, das Geläut (Große Glocke, Josefsglocke und Johannesglocke) kam 1949 aus der Salzburger Glockengießerei.

Das ursprüngliche Ziegeldach wurde 1973 durch ein Kupferdach ersetzt

 

1974, unter Pfarrer August Hinteregger und Diözesanbaumeister Rudolf Lampert fand die letzte große Außen- und Innenrestaurierung  der Wallfahrtskirche statt. Eine noch erhaltene, weitgehend unbekannte Kostbarkeit in der Kirche stellen zwei wertvolle Sakristeischränke dar. Sie wurden im Frühjahr 2011 unter Pfarrer Paul Burtscher restauriert.