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Frühbarocke Baukunst

 

Der Grundstein des heutigen Frühbarockbaues wurde 1663 gelegt.  Ausgeführt wurde die Wallfahrtskirche innerhalb nur 7 Jahren unter Michael Kuen, einen Schüler der Bregenzerwälder Barockbaumeister. 1692 setzten Meister der Auer Bauzunft  die Barock-Doppeltürme  auf, die Hauben 1828 wurden montiert. Der Innenraum der Wallfahrtskirche ist 32 Meter lang und 11 Meter, im Querschiff16 Meter, breit. 

Die Deckengemälde (7 Freuden Mariens) wurden ca. 1850 durch die Brüder Franz und Jakob Bertle aus Schruns erschaffen. 

 

1877 – 1884 erfolgte die erste große Renovierung der Wallfahrtskirche. Damals wurden unter anderem die Barockaltäre durch schlichte, neuromanische Altäre ersetzt. Erhalten blieben die Renaissancehaupttür und –holzdecke, die an der Außenseite angebrachten Kreuzwegbilder und mehrere wertvolle Weihegaben. 

1941 wurden neue Glasfenster eingebaut, das Geläut (Große Glocke, Josefsglocke und Johannesglocke) kam 1949 aus der Salzburger Glockengießerei.

Das ursprüngliche Ziegeldach wurde 1973 durch ein Kupferdach ersetzt

 

Wurde ursprünglich zur Pestabwehr nach Bildstein gewallt so war es später die Heilquelle, die, unter dem Hauptaltar entspringend, unter dem Fußboden die Kirche durchlief, über den Hügel bis zum nächsten Hause geleitet wurde, wo sie sich aus 3 Röhren ergoß.

 

 

 

Barocke Baumeister


Michael Kuen

 

Michael Kuen (Brüder Hans, Jakob und Kaspar Kuen), allesamt Maurermeister, sind in den frühen 30er Jahren des 17. Jh. aus dem nahen Allgäu, aus der damals zu Vorarlberg gehörenden Herrschaft Hohenegg, in Bregenz eingewandert.

Jakob baut seit 1636 unter Mitarbeit der Brüder Michael und Kaspar Kloster und Kirche der Kapuziner in Bregenz. Michael (um 1610–88), der bedeutendste der vier Brüder, ist Vater von Johann Georg, der als führender Architekt des Stiftes Einsiedeln sowie als Planautor der Jesuitenkirche Solothurn und der Benediktinerstiftskirche Pfäfers weit über ihn hinauswächst; dessen Sohn Franz Anton (s. u.) ist der bedeutendste Vorarlberger Bildhauer des 18. Jh.

Im Rechtsstreit gegen den Bregenzerwälder Baumeister Michael Thumb wird Michael 1674 von der Stadt Bregenz summarisch ein umfangreiches Schaffen in verschiedenen Ländern bescheinigt. Ungeklärt ist das Verwandtschaftsverhältnis der Genannten zu Johann Kuen (1647–1708), aus Weitnau (Allgäu), Steinmetz und Maurermeister, der 1678-86 unter Johann Georg in Einsiedeln als Steinmetz gearbeitet hat

Johann Michael Beer von Bildstein

 

Johann Michael Beer von Bildstein (* 20. Mai 1696 in Au; † 3. Juli 1780 in Bildstein) war ein österreichischer Baumeister aus Vorarlberg, Sohn von Franz Beer von Au und Schüler von Franz Beer von Bleichten (Auer Zunft). Er heiratete 1723 Christina Natter aus Bildstein und wurde daraufhin Bürger dieser Gemeinde, nahe Bregenz. Der Zusatz von Bildstein ist kein Adelstitel, sondern dient der Unterscheidung von Johann Michael Beer von Bleichten, dem Sohn von Franz Beer von Bleichten, mit dem er nicht verwandt war.

Das Kloster Fischingen erhielt Ost- und Südflügel nach seinen Plänen. Sein wichtigstes Werk war jedoch die Klosterkirche in St. Gallen als Nachfolger von Peter Thumb, für die er vor allem den Mönchschor und die Ostfassade errichtete.

 Der große Baumeister Johann Michael Beer I wohnte von 1723 bis 1780 im damaligen Gasthof Adler neben der Kirche. Er liegt in einer Gruft der Kirche begraben, so wie man fast 100 Jahre zuvor in den österreichischen Feldherrn Graf Max Lorenz von Starhemberg, einen der größten Gönner dieser Kirche  bestattet hatte. Dieser stiftete u.a. die heute noch verwendet Monstranz.